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MUSALSAL ... DOKUMENTARFILME AUS NAHOST


... in Kooperation mit der Cinémathèque Leipzig e.V.  zeigen wir monatlich Dokumentarfilme aus und über den Nahen Osten und laden Referenten zu einer anschließenden Diskussion mit dem Publikum ein. Das Projekt wird von Sabine Kraushaar, Constance Fricker und Johanna Fuchs geleitet.

aktueller Film


Wir weigern uns Feinde zu sein



Zeit: Dienstag, 22.05.2012 um 19:30 Uhr
Ort: in der naTo
Karl-Liebknecht-Straße 48, Leipzig
Eintritt: 4 €/ 3 € ermäßigt

Israel/Palästina 2011, Original ,(Israel/Palästina, 2011, Dok, 90min, Regie Stefanie Landgraf und Johannes Gulde

Wie war das nochmal mit dem Israel-Palästina Konflikt? Seine Medienpräsenz wogt auf je nachdem wie andere Länder der Region die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hin und wieder taucht er aber auch auf als ob es etwas Neues zu berichten gäbe und meistens geschmückt mit einer deutschen Narrative.

Als ZuschauerIn begleiten Sie zwölf deutsche Jugendliche auf eine Reise durch Israel und Palästina. Sie treffen Menschen, die den Konflikt geschürt haben, von ihm betroffen, Opfer und Täter waren. Die Jugendlichen stellen dabei Fragen, die einem oft selbst oft auf der Zunge liegen. Erstmalig wird der Konflikt von dieser Seite medial aufgearbeitet und bietet Einblicke in Zustände, die die Tagesschau so nicht zeigt.

Der Film präsentiert Konfliktherde und ProtagonistInnen von beiden Seiten. Es eint sie alle, dass sie sich ein anderes Israel wünschen. Man fragt sich, warum es diesen Konflikt überhaupt noch gibt?

Dieses Format bietet Potential für viele Debatten, zu denen wir Sie herzlich einladen möchten.

>>>Im Anschluss an den Film freuen wir uns auf eine spannende und informative Diskussion mit Stefanie Landgraf und Johannes Gulde (Medienpädagogen, Dokumentarfilmer und Träger des dt. Journalistenpreis „Medienpreis für Entwicklungspolitik“).

Auch diese Musalsal-Veranstaltung findet in bewährter Kooperation mit der Cinémathèque Leipzig e.V. statt.

Alle Infos auch im praktischen

The kingdom of women - Ein El Hilweh



Zeit: Dienstag, 24.04.2012 um 19:30 Uhr
Ort: in der naTo
Karl-Liebknecht-Straße 48, Leipzig
Eintritt: 4 €/ 3 € ermäßigt

Libanon 2010, Original mit engl. Untertiteln, Dok, 56min, Regie und Grafiken: Dahna Abourahme

Im April Film der Musalsal-Reihe stehen die Frauen im Mittelpunkt.
Die Regisseurin Dahna Abourahme ist eine palästinensische Audio-Video Künstlerin und Aktivistin, aufgewachsen in Abu Dhabi und Amman. Heute unterrichtet sie an der Lebanese American University in Beirut und organisiert gleichzeitig Gemeinschaftsprojekte im Medienbereich.
Im Film kommen die Frauen des palästinensischen Flüchtlingslagers „Ein El Hilweh“, das nach der Invasion Israels 1982 vollständig zerstört wurde, zu Wort. Stolz und mit einer bemerkens-werten Gelassenheit erzählen sie, wie sie das Lager selbstständig wieder aufgebaut und ihre Familien beschützt haben, während ihre Männer gefangen gehalten wurden. Sie errichteten ihr eigenes Reich – das titelgebende „Königreich der Frauen“.
Die ungewöhnliche Komposition aus Animation (Vergangenheit) und Dokumentarfilm (Gegenwart) verleihen dem Film oft einen unterhaltsamen, immer aber künstlerisch wertvollen Charakter.
Ein Film über die besondere Rolle der Frauen und deren Organisationstalent in Krisensituationen, über das Schicksal ihrer Familien, den Zusammenhalt und das Miteinander in der Gemeinschaft.

Im Anschluss an den Film freuen wir uns auf eine spannende und informative Diskussion mit Mahmoud Dabdoub (Fotograf, in Shatila aufgewachsen).

Auch diese Musalsal-Veranstaltung findet in bewährter Kooperation mit Cinémathèque Leipzig e.V. statt.

Alle Infos auch im praktischen

bisherige Filme


Generation Kunduz – Der Krieg der Anderen



Zeit: Dienstag, 20.03.2012 um 19:30 Uhr
Ort: in der naTo
Karl-Liebknecht-Straße 48, Leipzig
Eintritt: 5,50 €/4,50 € ermäßigt

BRD 2011, OmU, Dok, 80min
Regie: Martin Gerner


Im Dokumentarfilmdebüt des Journalisten Martin Gerner erhält das Publikum auf der einen Seite Einblick in den Alltag junger Menschen in Kunduz und damit in die Auswirkungen des Krieges in Afghanistan auf die Zivilbevölkerung.

Auf der anderen Seite erleben wir die ProtagonistInnen im Kampf um "Normalität" hinsichtlich Alltagsthemen fernab von Krieg und Zerstörung:
Nazanin, eine Burka-tragende lokale Reporterin, kämpft gegen patriarchale Strukturen undfür die Gleichberechtigung. Hasib, ein Student und demokratischer Aktivist träumt von freien und gerechten Wahlen. Ghulam und Khatera drehen einen Liebes-Film, mit dem sie gleichzeitig aufklären wollen.

Der Film gibt Einblick in die Seelenlage einer jungen Generation, die zwischen Taliban und ausländischem Militär aufwächst und sich nach einer offenen Gesellschaft und einem arabischen Frühling am Hindukusch sehnt.

Mit Regisseur Martin Gerner und Rudaba Badakhshi (ZEOK e.V.)als Gäste!

The Light in Her Eyes



Mittwoch, 29.02.2012 um 19:30 Uhr
USA 2011, OmeU, Dok, 87 min
Regie: Julia Meltzer, Laura Nix

Mit unserem Februarfilm freuen wir uns, einen Einblick in das komplexe Gesellschaftsbild Syriens kurz vor den politischen Umbrüchen aus der Perspektive der Frauen geben zu können.

Wir laden das Musalsal-Publikum ein, im Dokumentarfilm „The Light in Her Eyes“ die Gründerin einer der ersten von Frauen geleiteten Koranschulen Syriens kennenzulernen. Während die Koranschule sowie die in ihr geleistete, auch über Religion hinausgehende Arbeit im Vordergrund steht, erahnen die ZuschauerInnen durch Interviews, Querverweise und eingeblendete Filmausschnitte konservativer Prediger auch das Syrien außerhalb der Schule.

Der Film verfolgt chronologisch die dreimonatigen Sommerschule und dokumentiert dabei sowohl das Lernen der Koranrezitation und die geäußerten Träume der Schülerinnen, als auch ergänzend die elterliche Einschätzung zur Zukunft ihrer Töchter. Bewirkt Houda al-Habash neben der Lehre zum fehlerfreien Rezitieren des Korans auch eine Erziehung zu Stärke und Selbstvertrauen?

alle Infos auch im praktischen Druckformat 

At Night, They Dance



Donnerstag, 26.01.2012 um 19:30 Uhr
Kanada 2010, OmEU, Dok, 90 min
Regie: Isabelle Lavigne, Stéphane Thibault

In der Nacht geschätzt, am Tage geächtet: Bauchtänzerinnen in Kairo
Reda hat selbst einmal getanzt. Nun ist sie Vermittlerin dieser Dienstleistung und lässt auch ihre eigenen Töchter auftreten.
Während der Feier ist der Tanz ein Höhepunkt, im Alltag dagegen ist er Gegenstand zahlreicher Diskussionen sowohl mit der Mutter als auch den Töchtern Redas. Dabei geht es um die Liebe, das Leben, die Ansichten und Sorgen von Frauen dreier Generationen in Ägypten.
In Angst vor der Polizei, im Kampf um Auftritte und Geld spielt sich der Alltag einer Familie aus der Arbeiterklasse Ägyptens ab. Hierbei treten soziale Macht- und Gewaltverhältnisse in den Vordergrund, die auch über dieses Land herausgehend eine Rolle spielen.
Der Film setzt physische Lust und emotionalen Schmerz einander entgegen und fängt dabei Dialoge auf, die in ihrer Direktheit und Offenheit selten einem Kinopublikum zuteil werden.

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Massaker



Montag, 14.11.2011 um 19:30 Uhr
Deutschland/Libanon/Schweiz/Frankreich 2004, Dok
98 min
Regie: Monika Borgman, Lokman Slim, Hermann Theißen


Karge Räume, schummriges Licht, eine Handkamera.
Über 90min geben in dieser Atmosphäre sechs ehemalige Milizionäre ihre Sicht auf die Massaker vom 16. bis 18.09.1982 in palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon wieder und verorten so ihre Taten im Libanonkrieg zwischen Befolgen von Anordnungen und Handeln nach eigenem Willen.
Der Dokumentarfilm „Massaker“ zeichnet, nur durch Stimme und Körpersprache erfahrbar (die Männer wurden teilweise ohne Oberbekleidung gefilmt), ein psychologisches aber auch politisches Portrait eines jeden Täters nach. Die ZuschauerInnen sehen die Erzählenden in keinem Alltagsgeschehen, nicht in Kontakt oder gar Konfrontation mit anderen Personen.

Das Rahmenprogramm bietet diesmal im Anschluss an den Film Zeit und Raum für eine moderierte Diskussionsrunde mit Karolin Sengebusch (M.A. Arabistik und Politikwissenschaft, wissenschaftliche Mitarbeiterin Philipps-Universität Marburg).
alle Infos auch im praktischen Druckformat 

Luise-eine deutsche Muslima



Dienstag, 06.09.2011 um 20.00 Uhr
BRD 2007, Dok, 52 min
Regie: Beatrix Schwehm


„Innerlich sieht das ganz anders aus, als äußerlich“
Der Film begleitet Luise und ihre Mutter durch eine Zeit voller Auseinandersetzungen, gegenseitiger Liebe und gegenseitigem Unverständnis. Er zeigt den Versuch zwischen Kompromissbereitschaft und Trotz einen Weg zu finden, der sie beide lässt, wie sie sind.
Luise, ein deutscher Name, eine deutsche Familie: Luise ist Muslima. Sie hat sich für eine Ehe mit dem aus Algerien stammenden Mohamed entschlossen und konvertierte zum Islam. Tausende Deutsche entscheiden sich jährlich für den Islam, ein Glaube, der für viele Menschen durch die Medien ein abschreckendes und radikales Bild hinterlässt. Luise hat so nicht nur zu einer neuen Religion gefunden, sondern auch zu einer damit verbundenen neuen Lebensweise. Gleichzeitig aber distanziert sie sich von ihrem früheren Leben, was für ihre Mutter einen tiefen Einschnitt bedeutet. Für sie hat der Glauben ihrer Tochter nichts mit Freiheit zu tun. 2008 wurde der Film mit dem deutschen Grimme Preis ausgezeichnet.
Zu Gast sind die Regisseurin und die Mutter der Protagonistin.

Hüllen - Leipzig Premiere



Montag, 25.07.2011 um 19:30 Uhr
Schweiz 2010, OmU, Dok, 73 min, Regie: Maria Müller

Drei muslimische Frauen, drei Generationen, eine Familie: Nach über 30 Jahren entscheidet sich Emel Zeynelabidin, Ehefrau, Mutter von 6 Kindern und Kämpferin für den ersten islamischen Kindergarten in Deutschland, ihr Kopftuch abzunehmen und viele neue Schritte zu gehen.
Dies bringt nicht nur Veränderungen für sie selbst mit sich. Gespräche mit Emel (49) und mit Menschen, die ihr nahestehen, vor allem mit ihrer Mutter Sevim (78) und ihrer Tochter Sumeyye (26), zeichnen ein Bild ihrer eigenen Geschichte und Gegenwart sowie der ihrer Familie, das je nach Blickwinkel in unterschiedlichen Farbtönen erscheint.

Fokussiert auf das Beziehungsgeflecht innerhalb einer Familie über drei Generationen werden Religion und Identität thematisiert und die Wechselbewegungen von Verhüllen und Enthüllen gezeigt. Der Film fragt auf ruhige Weise nach den Grenzen zwischen Regelgläubigkeit und Eigenverantwortung, zwischen Dogmatismus und Toleranz. Und regt so zum Nachdenken über eigene Antworten an.

Frau Prof. Dr. Wohlrab-Sahr steht im Anschluss zur Klärung der offen gebliebenen Fragen zur Verfügung und freut sich mit uns auf einen interessanten Abend!

Ich geh jetzt rein

Donnerstag, 30.06.2011
BRD 2008, Dok, 73 min,
Regie: Aysun Bademsoy

ICH GEH JETZT REIN ist nach MÄDCHEN AM BALL und NACH DEM SPIEL der dritte Teil eines dokumentarischen Langzeitprojekts über das Leben einer Gruppe Berliner Türkinnen. Die Filmemacherin Aysun Bademsoy hatte die Mädchen vor 13 Jahren entdeckt und begonnen ihren Lebenszusammenhang, ihre Familiensituation, ihre Leidenschaft für den Fußball zu dokumentieren. Ihre Existenz als Türkinnen in Deutschland und ihr ungewöhnliches Hobby hatte aus den jungen Frauen eine Gemeinschaft geformt, die jetzt dabei ist zu zerfallen. Zu sehr sind ihre
Leben auseinandergedriftet, härter geworden, aber jede der Frauen zeugt auf ihre Art von einem wunderbaren Widerstandsgeist, einem vielleicht ein wenig gebrochenen Stolz. Wie die Filmemacherin von diesen Leben erzählt hat etwas solidarisches und Achtungsvolles, eine Verbundenheit und manchmal etwas wunderbar Beschützendes.

Gespräch im Anschluss an die Vorführung.

Wir zeigen den Film im Rahmen unseres Projekts kick it! - Frauen spielen nicht im Abseits .

Arna's Children – Zum Gedenken an Juliano Mer Khamis

Dienstag, 10.05.2011
Israel/NL 2003, OmeU, Dok, 56 min
Regie:Juliano Mer Khamis, Danniel Danniel

Am 4. April dieses Jahres wurde Juliano Mer Khamis in Dschenin/Westjordanland ermordet.
Zum Gedenken an ihn zeigen nun Cinémathèque Leipzig, DOK Leipzig und eurient. e.V. ARNA'S CHILDREN.

Der jüdisch-palästinensische Schauspieler und Regisseur Juliano Mer Khamis war Leiter des Freedom Theatre, das seine Mutter Arna 1987 gegründet hatte. Sein Film hat die wechselvolle Geschichte dieser Bühne zum Thema.
Arna, ihrerseits Kind jüdischer Eltern, gründete nach der ersten Intifada 1987 in Dschenin mehrere Kinderhäuser und ein Theater – Rückzugsorte jenseits des alltäglichen Kriegsschauplatzes, an denen „Kindheit“ möglich werden sollte.
Mit Hilfe ihres Sohnes sammelte sie eine Gruppe von 9- bis 10-jährigen palästinensischen Kindern um sich. Gemeinsam probten sie Theaterstücke; die Jugendlichen bekamen aber auch psychologische Betreuung.
Mer Khamis begleitete das Geschehen mit der Kamera. Als das Theater nach dem Tod seiner Mutter 1995 geschlossen werden mußte, hielt er den Kontakt.
Im April 2002 versuchte die israelische Armee, das Flüchtlingslager, das als Keimzelle des palästinensischen Terrors gilt, gewaltsam unter Kontrolle zu bringen: 150 Häuser wurden zerstört, mehr als 400 Familien obdachlos. 52 Palästinenser und 23 israelische Soldaten starben. Auch das Theater wurde zerstört. Wenige Tage nach der Invasion fuhr Mer Khamis wieder nach Dschenin, auf der Suche nach den Kindern des Theaters. Viele von ihnen lebten nicht mehr.
Für ihre hingebungsvolle Arbeit wurde Arna Mer Khamis 1993 in Stockholm mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.
2006 gründete Juliano Mer Khamis das Freedom Theatre erneut. …

The Green Wave

07.04.2011
BRD 2010, OmeU, Animedok, 82 min
Regie: Ali Samadi Ahadi (Grimme-Preis Träger 2011)

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Grün ist die Farbe des Islams. Und Grün war das Erkennungszeichen der Anhänger von Präsidentschaftskandidat Mir Hossein Mussawi, der im vergangenen Jahr zur Symbolfigur der „Grünen Revolution“ im Iran aufstieg. Die Präsidentschaftswahlen am 12. Juni 2009 sollten einen Wechsel bringen, aber entgegen allen Erwartungen wurde der ultrakonservative Populist Mahmud Ahmadineschad im Amt bestätigt. So deutlich das Ergebnis ausfiel, so laut und berechtigt waren dann auch die Vorwürfe der Wahlmanipulation. Die anhaltenden Protestdemonstrationen wurden von staatlichen Milizen immer wieder mit brutalen Übergriffen aufgerieben und aufgelöst. Private Aufnahmen von Handys oder Fotokameras zeugen von dieser maßlosen Gewalt – zahllose Tote, Verletzte und Folteropfer, und eine weitere tiefe Wunde im Herzen der Iraner bleiben zurück.
Als bewegende Dokumentarfilm-Collage bebildert das dramatische Geschehen und erzählt von den Gefühlen der Menschen hinter der Revolution. Facebook-Nachrichten, Twitter-Botschaften und eingestellte Internetvideos flossen in die Gestaltung des Filmes ein, und Hunderte echte Blogeinträge dienten als Vorlage für die Erlebnisse und Gedanken zweier junger Studenten, deren Geschichte sich als roter Faden durch den Film zieht. Von ihrer anfänglichen Hoffnung und Neugier bis zu ihrer verzweifelten Angst und dem Mut, trotzdem weiter zu kämpfen.
Diese fiktiven Handlungsstränge wurden als Motion Comic animiert eine Art bewegter Comic und umrahmen die hautnahen Bilder der Revolution und die Interviews mit Menschrechtlern und Exil-Iranern. Ali Samadi Ahadis Dokumentarfilm ist eine hoch aktuelle Chronik der „Grünen Revolution“ und ein Denkmal für all jene, die an mehr Freiheit glaubten und dafür ihr Leben ließen.
Am 7.4. ist Regisseur Ali Samadi Ahadi zum Gespräch im Anschluss an die Vorführung zu Gast.

El Problema – Testimony of the Saharawi People

Datum: 23.03.2011
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Ort: Cinémathèque, Karl-Liebknecht-Straße 46, Leipzig
Eintritt: 4,- Euro ermäßigt 3,- Euro

Spanien 2009, OmeU, Dok, 82 min, Regie: Jordi Ferrer, Pablo Vidal


Der Film schildert die Leidensgeschichte des sahrauischen Volkes, die begann, als die ehemalige Kolonie Spanisch-Sahara nicht wie versprochen in die Unabhängigkeit entlassen wurde, sondern unter mauretanische und marokkanische Besatzung fiel. Das war vor 35 Jahren. Der Kampf um die rohstoffreiche Gegend in der Westsahara führte zur Vertreibung und Flucht des größten Teils ihrer Bewohner in das benachbarte Algerien, wo sie seitdem gezwungen sind, in einer der unwirtlichsten Gegenden der Wüste in Flüchtlingslagern zu leben.
Der in fünfjähriger Arbeit entstandene Film versucht, die Anfänge des Konfliktes zu veranschaulichen, zeigt einmalige Dokumentaraufnahmen der besetzten Gebiete und lässt AktivistenInnen zu Wort kommen, darunter die mehrfach ausgezeichnete Menschenrechtlerin Aminetou Haidar sowie Mohammed Daddach, dessen lange Haftzeit als politischer Gefangener der von Nelson Mandela kaum nachsteht.
Die Problematik des Westsaharakonfliktes wird durch Erfahrungsberichte Betroffener deutlich. Die Aussagen zeugen davon, wie viele Menschenrechtsverletzungen das sahrauische Volk über sich ergehen lassen muss, obwohl UN-Resolutionen immer wieder die Durchführung eines Referendums über das weitere politische Schicksal der Westsahara fordern.
EL PROBLEMA gewann den ersten Preis beim International Filmfestival FISAHARA 2010, den Internationalen Amnesty Preis beim Human Rights Filmfestival in San Sebastian 2010, den Audience Award des International Festival Mirasdoc 2010 und den Best of Fests beim International Documentary Film Festival Amsterdam 2010.

anschließend Gesprächsrunde:
Im Anschluss der Filmaufführung werden wir Martin Glasenapp (medico international), Dr. Wolf-Dieter Seiwert (ZEOK e.V.) und Mohamed Abba (Polisario) befragen können.

Storm from the South

Datum: 20.01.2011
Uhrzeit: 20.00 Uhr
Kuwait 2006/2008, OmeU, Dok, 52 min,
Regie: Walid al-Awadi, Jehane Nujaim

„There is a storm that is coming over Kuwait.“ Mit diesem Motto schreitet Leila Al-Rasheed in das Zelt, in dem das Wahlpublikum aus dem 25. Distrikt in Kuwait-Stadt auf sie wartete. In ihrer Rede spricht sie von Veränderung und der Zukunft Kuwaits und sagt gleichzeitig den herrschenden Stämmen den Kampf an. Laila Al-Rasheed ist Kandidatin bei den historischen Parlamentswahlen in Kuwait im Juni 2006, bei denen zum ersten mal die kuwaitischen Frauen selber wählen und sich als Kandidatinnen zur Wahl stellen dürfen. Der Dokumentarfilm begleitet drei von ihnen, Nabila Al-Anjari, Dr. Rola Al-Dashti, und Laila Al-Rasheed die letzten 6 Tage bis zur Wahl. Daraus entsteht eine kraftvolle Geschichte von Menschen, die an gesellschaftlichen Wandel im politischen Prozess glauben. Gleichzeitig dokumentiert dieser spannende Wahl-Krimi einen historischen Punkt in der Golf-Region, der den Weg ebnete für den Erfolg der Frauen bei den Wahlen 2009, bei denen auch Dr. Rola Al-Dashti ins Parlament einziehen wird.

Druckversion unseres kuwaitischen Dokumentarfilms 

China is still far

Datum: 24.11.2010
Uhrzeit: 20.00 Uhr
Algerien/Frankreich 2008, 120 min (arab., berb., frz., OmeU)
Regie: Malek Bensmail

Ghassira. Ein kleines Dorf, ein algerischer Mikrokosmos.
Vor über 50 Jahren begann ganz in der Nähe, in den Aurès–Bergen, der sieben Jahre währende Unabhängigkeitskampf, dessen Begebenheiten und zivile Opfer niemand vergessen hat.
Mittels von Erzählungen taucht der Zuschauer in die turbulente Vergangenheit des Dorfes ein. Man erfährt, was es heißt, zur Zeit des Krieges im Dorf gelebt zu haben. Nicht ohne Grund erklärt der Film, dass im algerischen Dialekt „China is still far“ in etwa soviel bedeutet wie: „Der Weg ist (noch) lang“.
Der Regisseur Malek Bensmail nimmt sich ein Jahr lang des kollektiven Gedächtnises an und lässt die Zuschauer teilhaben, am Prozess der Erstellung einer erzählten und mithilfe der Dokumentation in Bilder gewandeten Chronik.

Referent: Dr. Sarhan Douhib (Universität Kassel)

Jaffa - The Orange´s Clockwork

Datum: 16.09.2010
Uhrzeit: 19.30 Uhr & 21.30 Uhr
Ort: naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46, Leipzig
Eintritt: 4,- Euro ermäßigt 3,- Euro

Belgien / Deutschland / Frankreich / Israel 2009, 88 min
Regie: Eyal Sivan

Die „Braut des Meeres“ – diesen und andere Beinamen trug die palästinensische Stadt Jaffa vor der Gründung Israels 1948. Es war eine blühende Hafenstadt mit ausgedehnten Orangenplantagen. Die Orange nahm dann auch in der zionistischen Propaganda eine zentrale Rolle ein: mit dem Aushängeschild der saftigen Zitrusfrucht wurden europäische Juden in die Region geworben.
Jaffa gehört seit 1950 zu Tel Aviv und ist vielen Palästinensern bis heute Symbol für das „geraubte Paradies“. Für die Dokumentation der geschichtsträchtigen Stadt hat Eyal Sivan, selbst Israeli, sowohl mit Experten gesprochen als auch authentisches Bildmaterial der Zeit aufgestöbert: Fotos aus den 1840er Jahren, Wochenschauaufnahmen aus britischer Mandatszeit, zionistische Propagandafilme und amüsante internationale Werbespots veranschaulichen die unterschiedlichen Hoffnungen von Israelis und Palästinensern. Der Regisseur demontiert dabei zionistische Mythen und schnell entwickelt sich die Orange vom Symbol der Hoffnung zur Metapher für Hass und Krieg im Nahen Osten.

Im Haus meines Vaters

Datum: 06.10.2010
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Ort: naTo, Karl-Liebknecht-Straße 46, Leipzig
Eintritt: 4,- Euro ermäßigt 3,- Euro

Deutschland 2009, 93 min
Regie: Hajo Schomerus


Im Herzen des Pulverfasses Jerusalem steht die anno 325 über Jesu Grabmal errichtete Grabeskirche - der allerheiligste Ort der christlichen Welt. An die 300 christliche Glaubensrichtungen existieren und sechs davon haben sich einen Platz in dieser Kirche erkämpft. Griechisch-orthodoxe, römisch-lateinische, syrische, armenische, äthiopische Abessiner und ägyptische Kopten wohnen unter einem Dach auf engstem Raum. Doch das Haus des Herrn ist kein nettes Multi-Kulti-Kloster. Hier herrscht Segregation.
Es ist wie die Reise nach Jerusalem, komisch und traurig zugleich, wenn das Allzumenschliche in den altehrwürdigen Mauern regiert, wo Prozessionen, Zeremonien und Liturgien dicht gedrängt nacheinander, nebeneinander, übereinander statt finden. Dann kulminieren die Gebete und Gesänge zu einer schrillen Kakophonie, bis man sich im Sprachgewirr des Turms zu Babel wähnt.
Dokumentarfilm-Kameramann Hajo Schomerus ("Ich und das Universum") liefert in seiner zweiten Regiearbeit die Anatomie eines Mikrokosmos ab, wo um jeden Zentimeter trickreich und erbittert gestritten wird.

God went surfing with the devil


Donnerstag, 08.07.2010
USA 2008, 93 min
Regie: Alexander Klein

Surfbretter als „überlebenswichtiger Import“? Dafür braucht es mehr als etwas Überzeugungskraft. Aufgrund der israelischen Blockade des Gaza-Streifens ist selbst die Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten oft schwierig. Doch auch in kriegsähnlichem Zustand gehen Menschen immer noch ihrem Alltag nach und suchen auch Ablenkung von den Zerstörungen.
Eine Gruppe von israelischen Surfern nahm deshalb 2008 den Versuch auf sich: 25 Surfbretter hatten sie gesammelt – für palästinensische Gleichgesinnte, die diesem Hobby bis dahin nur mit Notbehelfen nachgehen konnten. Denn Gemeinsamkeiten verbinden und die Surf-Kultur hat an den Stränden Israels eine lange Tradition.
Alexander Klein und Bryan Derballa haben daraus einen Dokumentarfilm gemacht. Vor dem Hintergrund der katastrophalen Ereignisse in Nahost erzählen sie die persönlichen Geschichten der Surfer. Dabei geraten sie immer wieder in bedrohliche Situationen, aber auch Momente von Hoffnung auf Frieden gehören dazu.

Hochburg der Sünden


Donnerstag, 03.06.2010
Deutschland 2008, 79 min
Regie: Thomas Lauterbach

Zuerst klingt es fast anmaßend: die armen unterdrückten türkischen Frauen sollen durch das Theater einen Umgang mit ihren Problemen lernen und gleichzeitig das – nebenbei deutsche – Publikum wachrütteln.
Ganz so einfach es aber nicht, wenn Volker Lösch in Stuttgart 17 Türkinnen als Medea auftreten lässt. Denn jede von ihnen trägt eine individuelle Geschichte, die sich keineswegs auf gängige Klischees reduzieren lässt. Unterdrückung mag zwar auch einen Aspekt darstellen, aber vor allem sind es Frauen voller Lebensfreude, Mut und Selbstbewusstsein. So sind in den antiken Euripides-Text Erfahrungen der Darstellerinnen eingeflochten. Und umgekehrt beschäftigt der antike Stoff die Laienschauspielerinnen auch jenseits der Bühne.
Thomas Lauterbach hat seinen Dokumentarfilm vor allem diesen Diskussionen hinter den Kulissen gewidmet. Feinfühlig zeichnet er eine Auseinandersetzung mit Religion, Tradition und persönlichen Werten nach.

Made in Egypt


Dienstag, 13.04.2010
Frankreich 2006 (OmU), 69 min
Regie: Karim Goury

Regiesseur Karim Goury stellt fest: „Mein Vater existiert nicht, aber doch scheinen alle Leute ihn zu kennen. Alles, was ich habe, ist ein Foto meiner beiden Eltern, wie sie zusammen in einem Restaurant sitzen. Sie sehen jung, schön und vielleicht verliebt aus. Es war 1967 in Kairo. Wer ist dieser Mann, von dem alle Leute sagen, dass ich wie er aussehe?“
In diesem eindringlich gefilmten Dokumentarfilm sucht Goury, ein Franzose, nach seinen ägyptischen Wurzeln. Im Laufe seiner Odyssee durch Ägypten erlebt er große Überraschungen, als er in Kairo und Alexandria Freunden und Verwandten seines Vaters begegnet. Jeder erzählt etwas anderes über den Fremden. Zu einer persönlichen Begegnung zwischen Vater und Sohn kommt es jedoch nicht.
Die auf dem Dubai International Film Festival 2007 preisgekürte Dokumentation thematisiert Probleme interkultureller Partnerschaften und erzählt zugleich die berührende Geschichte einer Familie diesseits und jenseits des Mittelmeeres.

Inshallah Beijing


Donnerstag, 25.03.2010
Italien 2008 (OmeU), 54 min
Regie: Francesco Cannito, Luca Cusani

Vier palästinensische Athleten nahmen 2008 an den Olympischen Spielen in Peking teil. Das ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit: die palästinensischen Autonomiegebieten werden von israelischer Seite misstrauisch beäugt und in vielerlei Hinsicht boykottiert. Auch der Sport gehört dazu. 1996 durften erstmalig palästinensische Athleten zu den Olympischen Spielen ausreisen. Der Alltag hat sich dadurch nicht erleichtert. Fehlende Ausrüstung, Ausnahmeregelungen und Angriffe durch israelische Soldaten erschweren das Training der Sportler. Die Ausreise scheint bis zuletzt eine unsichere Angelegenheit. Und auch manch eine Familie reagiert zunächst skeptisch auf den Wunsch des Nachwuchses, Sport zu machen statt zu studieren.
Teils ernst, teils humorvoll begleitet der Film von Francesco Cannito und Luca Cusani diese Sportler bei ihren Vorbereitungen und zeigt dabei auch eines ganz deutlich: nicht nur Medaillen führen zum Sieg, für manchen ist schon die Teilnahme ein großer Erfolg.

Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Christian Dahms vom Institut für Angewandte Trainingswissenschaften.

Bassidji


Montag, 08.02.2010
Iran, Frankreich, Schweiz 2009 (OmeU), 114 min
Regie: Mehran Tamadon

Niemand könne die heutige iranische Gesellschaft verstehen, ohne vorher begriffen zu haben, wer die Bassidjis seien – so die Erkenntnis Mehran Tamadons während der Arbeiten zu seinem Film. Seit der Islamischen Revolution 1979 zeigt sich die Macht des iranischen Regimes vor allem in der Omnipräsenz der Bassidjis. Im Iran-Irak-Krieg sorgten sie für Schlagzeilen, indem sie Kinder, in Leichentuecher gerollt, als menschliche Bomben über die Minenfelder schickten. Heute auch als Sittenpolizei oder Miliz bekannt, sorgen sie bis in den privaten Alltag hinein für die strenge Einhaltung islamischer Vorschriften.

Mehran Tamadon hat für seinen Film zwei Bassidji begleitet und versuchte in Gesprächen, ihre Weltanschauung zu verstehen. Dafür hat er ein sehr persönliches Interesse: selbst Iraner lebt er seit früher Jugend in Frankreich und ist Atheist. Vor diesem Hintergrund versuchte er, sich der extremen Gegenposition anzunähern, die zugleich eine wichtige gesellschaftliche Gruppe seines Ursprungslandes darstellt. Trotz aller Gegensätze entwickelt sich ein Dialog, zu einer Einigung kommt es – erwartungsgemäß – nicht.

Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch mit Frau Dr. Stefanie Brinkmann.

Anfal 2.0


Mittwoch, 20.01.2010
Deutschland/ Irak 2009 (OmU), 75 min
ein Film von 
Fernando Vargas 
und 
Ari Karakus
Regie: Fernando Vargas

Anfal – der Name steht für eine Reihe von Militäroffensiven, die das irakische Ba´th-Regime unter Saddam Hussein 1988 gegen die kurdische Bevölkerung im Nordirak durchführte. Die meiste Beachtung vor der Weltöffentlichkeit fand der Giftgasangriff auf die Stadt Halabja. Ebenso kam es zu Deportationen, ganze Dörfer wurden zerstört und zahlreiche Kurden flohen unter dem Druck in die Nachbarländer. Dort wurden sie teilweise bis in die 90er Jahre in Lagern interniert.
Genaue Zahlen der Toten sind bis heute nicht bekannt. Doch für die Überlebenden spielen die Erinnerungen an ihre Anfal-Erfahrungen bis heute eine sehr zentrale Rolle. In Interviews gibt der Film einen sehr persönlichen Blick auf die Schmerzen, Ängste und Nöte der Betroffenen. An Originalschauplätzen erzählen sie von einer nationalen und persönlichen Katastrophe. Das heutige Alltagsleben in Kurdistan wird dabei vor dem Hintergrund der Geschichte gezeigt.

Im Anschluss an den Film gab es ein Gespräch mit der Politikwissenschaftlerin Mirjiam Wolfstein.

The One Man Village


Donnerstag, 03.12.2009
Libanon 2008 (OmU), 86 min
Regie: Simon El Habre

Eine Autostunde von Beirut entfernt liegt das christliche Bergdorf Ain El-Halazoun. Während des libanesischen Bürgerkriegs, der von 1975-1990 dauerte, wurde es weitgehend zerstört. Die Einwohner flohen nach Beirut. Trotz offizieller Aussöhnung leben sie bis heute dort und kehren nur tagsüber in ihr Dorf zurück, um ihr Land zu bestellen oder nach ihren Häusern zu sehen.
Semaan El-Habre, der Onkel des Regisseurs, ist der einzige, der ganz zurückgekehrt ist und dort allein, nur mit seinen Tieren als Gesellschaft, lebt. Seit fünf Jahren wohnt er zwischen den Ruinen. Der Film zeigt eine idyllische Landschaft und die Narben der Vergangenheit, die ineinander verschwimmen. Tröstend und humorvoll werden kollektive und individuelle Erinnerung thematisiert.

Mehr Infos  zum Film

Das andere Istanbul

Mittwoch, 11.11.2009
Deutschland 2008 (OmeU), 82 min
Regie: Döndü Kilic

Lambda Istanbul – so heißt ein Verein in der türkischen Hauptstadt, der sich für Schwule, Lesben, Bisexuelle, Transvestiten und Transsexuelle einsetzt. Doch nicht alle können sich mit den Zielen dieses Vereines identifizieren. Denn die Vielfalt an ethnischen und sozialen Gruppen spiegelt sich auch in den verschiedenen Lebensstilen der türkischen Homosexuellen wider. Während die einen sich politisch engagieren und für ihre Rechte kämpfen, bestreiten andere ihren Lebensunterhalt durch Prostitution, wieder andere führen eine feste Beziehung oder ziehen teure Schwulenbars vor. Trotz aller Unterschiede ist den sechs Protagonisten des Dokumentarfilms „Das andere Istanbul“ eines gemeinsam: in einer überwiegend homophoben Gesellschaft müssen sie sich mit ihrem Anders-sein auseinandersetzen und erkämpfen sich auf unterschiedlichen Wegen ein selbstbestimmtes Leben.

Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch.

Interview  mit der Regisseurin Döndü Kilic

Iran 1388 - Filmprogramme/Dialoge

Im Rahmen der Reihe Iran 1388 – Filmprogramme/ Dialoge , ein Projekt der Cinémathèque Leipzig vom 20.09. – 01.10.2009, zeigt eurient e.V. zweimal MUSALSAL spezial:

Frauenbilder


Freitag, 25.09.2009
BRD/Iran 2007 (OmU), 15 min
Regie: Tinatin Gurchiani


Die Regisseurin befragt Frauen auf dem Teheraner Bahnhof über das Glück. In einer dicht gewobenen Montage entwirft sie ein komplexes Bild zum Status der Frau im heutigen Iran.


Sonbol – Rallye durch den Gottesstaat


BRD/ Iran 2008 (OmeU), 54 min
Regie: Niko Apel

Seit den Präsidentschaftswahlen immer wieder in der öffentlichen Diskussion: der Iran. Medien berichten von Straßenschlachten und politischen Entscheidungen. Doch was bedeutet Alltag in der „Islamischen Republik“? Wie behauptet sich die 35jährige Sonbol Fatemi in einer Gesellschaft, deren Konventionen sie in jeglicher Hinsicht widerspricht? Sie ist selbständig, kinderlos, geschieden und fährt Autorallyes – in einem Staat, der nicht zuletzt Frauen wenige Möglichkeiten zur Selbstentfaltung übrig lässt.
Sehr feinfühlig, doch ohne Rührseligkeiten porträtiert Niko Apel die Zerrissenheit der jungen Sonbol, die selbst im engsten Familienkreis oft auf Unverständnis stößt. Eine nach außen starke Person, die gegen das System kämpft und sich doch gelegentlich die Frage stellt, was wohl sei, wenn sie selbst sich irrt.
Ein Film über Unterdrückung und Emanzipation, über das Anders-Sein in gesellschaftlichen Zwängen und über die Hoffnung nach Veränderung.

Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit dem Regisseur oder dem Produzenten.

Vali Asr – Juli 2006


Donnerstag, 01.10.2009
BRD/Iran 2006 (stumm), 14 min
Regie: Norman Richter


Eine ältere Frau / ein Luftfächer; ein junger Mann / ein Buch; eine Dame / eine Schmuckkette ... Zwölf Menschen und einige Gegenstände gefilmt auf der Vali Asr, der längsten und ältesten Straße Teherans. Die Menschen schauen stumm in die Kamera. Der Regisseur zeigt uns nur seine Bilder; der Film entsteht im Kopf.


Headwind – The Dish


BRD 2007 (OmeU), 42 min
Regie: Mohammad Rasoulof

Die Errungenschaften des Informationszeitalters zu genießen, ist keine Selbstverständlichkeit. Im Iran kämpft das Regime seit der Islamischen Revolution von 1979 um die Kontrolle über den Datenverkehr. Filmmacher Mohammad Rasoulof zeigt jedoch, als wie aussichtslos sich dieser Kampf erweist und welche Strategien die Iraner entwickeln, um an unzensierte Nachrichten aus dem Ausland zu kommen. Denn das Bedürfnis nach Selbstbestimmung und freiem Zugang zu Informationen lässt sich nur begrenzt unterdrücken. Auch wenn es um Entertainement geht, finden die Iraner Wege, von Hollywood über Bollywood alles zu sehen, was sie sehen wollen. Das Resultat: die Medienkultur in ihrer ganzen Bandbreite boomt im Untergrund.
Egal ob urbane Mittelklassenfamilie, nomadischer Stamm, Internet-Hacker oder DVD-Dealer – alle suchen auf ihre Weise die staatliche Zensur zu umgehen und ein Fenster zur Außenwelt zu öffnen.

The Prisoner or: How I planned to kill Tony Blair


07. Juli 2009

USA 2007 (engl. OF), 72 Min
Regie: Petra Epperlein, Michael Tucker


Kein Richter, kein Anwalt, kein Prozess, das ruft groteske und zugleich beklemmende Verhörsszenen aus Romanen Kafkas in Erinnerung. Dass im besetzen Irak solche Umstände alltägliche Realität sein können, zeigt der nächste Dokumentarfilm der Musalsal-Serie.
Yunis Khatayer Abbas, irakischer Journalist und Kameramann, wird in einer absurden Komödie von Irrtümern von der US-Armee im Irak als potentieller Attentäter festgenommen. Ohne vor ein Gericht zu kommen, wird er sofort in ein Gefängnislager bei Abu Ghraib gesteckt.
Angeblich soll er geplant haben, einen Anschlag auf das Leben des britischen Premierministers Tony Blair auszuüben. Einmal als Häftling interniert, geht es für ihn in einem Umfeld, wo Mangelernährung, Krankheit und die ständige Angst vor Anschlägen auf der Tagesordnung stehen, ums schlichte Überleben.

Heavy Metal in Baghdad


02.Juni 2009

Irak 2007 (engl. OF), 84 Min
Regie: Eddy Moretti, Suroosh Alvi


Musikmachen und Überleben im kriegserschütterten Irak stehen diesmal im Mittelpunkt der Musalsal-Reihe.
„Heavy Metal in Baghdad“ ist zugleich ein Film über Acrassicauda, die einzige irakische Band des Genres, und Iraks Hauptstadt, zum Zeitpunkt der Drehaufnahmen täglich von Anschlägen betroffen und No-Go area für westliche Journalisten. Nach dem Sturz des Saddam-Regimes 2003 hoffen die vier Bandmitglieder auf größere Freiräume für ihr künstlerisches Schaffen.
Den widrigen Umständen zum Trotz bleiben sie ihrer Musik treu, bis sie schließlich doch im Jahre 2006 als „Heavy Metal Refugees“ nach Damaskus fliehen müssen. Kein Pop-Journalismus, sondern eine realistische Darstellung von Kunst im Krieg.

Harraga


8. April 2009

Österreich 2008 (OmU), 60min.
Regie: Annika Lems & Christine Moderbacher


Mit Harragas bezeichnet man im gesamten maghrebinischen Raum diejenigen, die sich selbst oft als verlorene Generation sehen. Lieber nehmen sie den möglichen Tod im Meer in Kauf, als tatenlos in der erzwungenen Perspektivenlosigkeit zu erstarren.

Während Bilder über anonyme Menschenmassen, die jeden Sommer in Booten die Küsten Südeuropas erreichen, unser Bild über Flucht und Migration prägen, kommen die Betroffenen selbst so gut wie nie zu Wort. Im Versuch, dieses von Außen auferlegte Schweigen zu durchbrechen, haben die beiden Sozialanthropologiestudentinnen Annika Lems und Christine Moderbacher sich auf eine filmische Spurensuche nach dem Phänomen der Harragas gemacht.
Durch die Geschichten Khaleds und Ghabsis entstehen Perspektiven auf Flucht und Migration, die weit entfernt von kollektiven Massenerfahrungen sind, wie es uns die Medien oft vereinfachend vermitteln.

Der Film bewegt sich scheinbar nahtlos zwischen den nationalstaatlichen Grenzen Tunesiens und Italiens hin-und her und zeigt die Brüchigkeit der sogenannten „Festung Europas“ und die Unmöglichkeit, Menschen in ihrem Drang nach Fortbewegung zum Erstarren zu bringen.

Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch mit beiden Regisseurinnen.

Reich des Bösen - Fünf Leben im Iran


02. März 2009

Deutschland 2007, 90 min
Regie: Mohammad Farokhmanesh

Denkt man an den Iran, denkt man an Ahmadineschad und Atombomben. Aber wie sieht dort der Alltag aus? Das Bild des Irans wird hier zu Lande vor allem durch eine kritische und oft einseitige Berichterstattung in den Medien geprägt. Aber wie lebt es sich heute dort wirklich?

Der Dokumentarfilm REICH DES BÖSEN porträtiert das Leben fünf verschiedener
Menschen in der iranischen Hauptstadt Teheran. Er begleitet zwei Frauen, zwei Männer und ein junges Mädchen in ihrem Alltag inmitten der islamisch geprägten Gesellschaft des heutigen Irans und gewährt dabei einen Blick hinter die Kulissen des Gottesstaates. Offen, kritisch und gleichzeitig hoffnungsvoll sprechen die Protagonisten über ihre Probleme, aber auch über ihre Chancen in ihrem Staat.

Heart of Jenin


09. Februar 2009

Deutschland 2008, 60 min
Regie: Lior Geller, Markus Vetter


Eine Koproduktion der EIKON Südwest mit SWR in Zusammenarbeit mit ARTE. Gefördert von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg


Das Herz von Jenin ist die Geschichte Ahmed Chatibs, einem von Israelis erschossenen Palästinenserjungen, dessen Vater Ismail sich innerhalb von zwölf Stunden entscheidet, vier Organe seines Sohnes sechs israelischen Kindern zu spenden und damit deren Leben zu retten.

Seitdem sind eineinhalb Jahre vergangen. Was hat Ismail al Chatib aus dem Flüchtlingslager Jenin mit seinem Zeichen des Friedens erreicht? Wenn man wissen will, wie Ismails Geste das Leben der Empfängerfamilien verändert hat, muss man eine Reise durch ganz Israel unternehmen: Von seinen nördlichen Hügeln an der libanesischen Grenze, über die umstrittene Heilige Stadt Jerusalem, bis in den Süden des Landes an den Rand der Negev-Wüste.

Das Herz von Jenin ist eine Reise durch besetze Gebiete und durch mit Vorurteilen besetze Herzen. Er führt uns zu Menschen, die gelernt haben, ihre Vorurteile zu überwinden und zu anderen, die auch heute noch von einem Unglück sprechen, mit dem Organ eines Arabers leben zu müssen. Es ist die Geschichte einer humanitären Geste des Friedens, die für einen kurzen magischen Augenblick, all die unlösbaren Konflikte zwischen Israel und Palästina aufzuheben scheint.

Strawberry Fields - Sadot Adumim

12. Januar 2009

Israel 2008, 60 min
Regie: Ayelet Heller

Erdbeeren sind das einzige Exportprodukt des Gazastreifens. Mehr als 1.500 Tonnen palästinensische Erdbeeren werden jährlich durch die israelische Company Agrexco nach Europa exportiert. Um nach Übersee transport werden zu können, müssen die Erdbeeren jedoch zuvor den Checkpoint passieren, der Israel und Gaza von einander trennt. 2005 und 2006 fiel die Erntesaison mit Israels Rückzug aus Gaza und dem Aufstieg der Hamas als regierende Partei zusammen. Der bewaffnete Konflikt zwischen Israel und Hamas resultierten in der SChließung der Grenzübergänge. Unfähig ihre einzige Einkommensquelle, die geernteten Erdbeeren, über die Grenze zu schaffen, geben die Bauern sie auf und bereiten sich auf die nächste Ernte vor.

Recycle

04. Dezember 2008

Jordanien/NL/D/CH/USA 2007, 80 min
Regie: Mahmoud al-Massad

Sarka ist mit knapp 1.000 000 EinwohnerInnen Jordaniens zweitgrößte Stadt; politische Islamisten sind eine einflussreiche Kraft in diesem ehemaligen industriellen Zentrum. Sarka ist auch die Geburtsstadt von Abu Musa al Sarkawi, dem Al-Qaeda Führer im Irak, der 2005 von us-amerikanischen Truppen getötet wurde. Viele in der Stadt kannten al Sarkawi, ein Teil seiner Familie lebt dort und Sarka bleibt ein Rekrutierungsort für den Jihad.
Dort ringt Abu Ammar, ein Ex-Jihadist, darum, seinen Glauben und seine Realität unter einen Hut zu bringen. Er muss ständig Rückschläge hinnehmen und ist gezwungen auf der Straße Kartons zu sammeln, um seine Familie, mehr schlecht als Recht, zu ernähren. Als sich seine Situation verschlimmert, muss er eine radikale Entscheidung fällen, um sich vor Entwürdigung zu schützen.
Nach einer längeren Zeit in Afghanistan kehrte Abu Ammar desillusioniert von dem Chaos, in dem sich das Land in den 1980ern befand, zurück nach Jordanien. In dem Versuch, Klarheit zu bekommen, beginnt er ein Buch über den Jihad zu schreiben. Gleichzeitig scheitert sein Bestreben, sich ein normales Leben in dem verarmten Sarka auf zu bauen.
Während die Einheimischen ihre Einblicke in das Leben Sarkawis und die aktuelle Situation im Nahen Osten geben, werden die Auswirkungen ihres eingeschränkten Lebens deutlich.
Recycle wirft den Blick eines Insiders auf die Gemeinschaft in al Sarkawis Heimatstadt und zeigt die komplexen Realitäten des Lebens im Nahen Osten, während internationale Spannungen steigen. Inspiriert von der internationalen Berichterstattung über al-Sarkawi ist der palästinensisch/jordanische Regisseur Mahmoud al-Massad ist an seinen Geburtsort Sarka zurück gekehrt, um sich in einer Zeit enormer internationaler Spannungen anhand einer Innenansicht von al-Sarkawis – und seiner eigenen - Heimatstadt mit der komplexen Realität des Lebens im Nahen Osten auseinander zu setzen.

Where in the World is Osama Bin Laden?


13. November 2008

USA 2008, 94 min., OVmU
Regie: Morgan Spurlock

Nun, da sich die 2. Amtszeit des "Chefkriegers gegen den Terror" dem Ende nähert, macht sich ein einsamer und entschlossener Amerikaner auf den Weg, das letzte Geheimnis dieser Welt zu lüften. Nach bewährter "Michael-Moore-Manier" und bewaffnet mit Kamera und Mikro zieht "Super-Size-Me"-Regisseur Morgan Spurlock, nach seinem Kreuzzug gegen die Burger-XXl-Gesellschaft, in das letzte Gefecht gegen die amerikanische Ohnmacht.

Spurlock zieht auf seiner Suche durch die Städte des Nahen Osten, interviewt Menschen auf der Straße, erkundigt sich beim Shoppen am Golf und schreckt auch nicht davor zurück, wagemutig in die eine oder andere Höhle von Tora-Bora zu rufen: "Where in the world is Osama bin Laden?". Herausgekommen ist eine humorvolle Dokumentation, die vor allem eines aufdeckt: Der Kampf gegen den Terror und IHN, Osama bin Laden, lebt von der Angst in den Köpfen der Menschen und kann mit militärischen Mitteln nur scheitern.

I am the One who Brings the Flowers to her Grave


09. Oktober 2008

Syrien/Frankreich 2006, 105 min
Arabisch mit englischen UT
Regie: Hala Alabdallah, Ammar Albeik




Es geht um Leben im Exil, um die Geschichte Syriens, und um drei syrische Emigranten, die schon lange in Frankreich leben. Auch die Regisseurin kehrt nach Syrien zurück: „Ich spreche zu diesen Straßen, drücke meine Zweifel und Gewissheiten aus, während ich Drehorte für die Filme suche, die ich die letzten zwanzig Jahren geträumt habe zu machen. Meine Freundinnen offenbaren sich meiner Kamera, sprechen für mich und klären den Nebel vor meinen Augen. Ich suche Schutz am Meer: meine vergessene Kindheit, mein Mysterium, das heilige Grab der Poesie“

Ein syrisch-französischer Kunstfilm – teils Dokumentation, teils Reisebericht, teils Tagebuch.

Sounds of Silence/Sot-e Sokout


18. September 2008

UK/D/Iran 2006, 86 min, OmeU
Regie: Amir Hamz & Mark Lazarz

Iran - jenseits alarmierender Schlagzeilen über ein totalitäres Regime befindet sich eine sprudelnde Subkultur, die v.a. im musikalischen Bereich äußerst aktiv ist. Der Film porträtiert wichtige Vertreter dieser iranischen Underground-Musikszene. Sie kämpfen um das Überleben ihrer Musik, allen Reglementarien des Regimes zum Trotz, für ein Stück Populärkultur. Der Rapper Sorush und die Sängerin Atma wollen einfach nur Musik machen – und zwar obwohl oder gerade weil sie sich im ständigen Konflikt mit der staatlichen Zensurbehörde Ershad befinden. Sie zitieren aus dem Koran oder interpretieren mit einer Fusion aus Electronica und Rock den iranischen Philosophen Molana (13. Jahrhundert) völlig neu. Auch ohne die Erlaubnis der Behörde Ershad vertreiben sie ihre Musik über das Internet. Doch zwischen moderner Entwicklung und traditionell konservativen Strukturen reflektiert ihre Musik vor allen Dingen eines: den Respekt vor der iranischen Kultur.

Anschließend wird es ein Gespraech mit dem Regisseur Amir Hamz geben.

SALATA BALADI


17. Juli 2008

Ägypten/Schweiz/Frankreich 2007, 104 min, arabisch/hebräisch/italienisch mit englischen Untertiteln,
Regie: Nadia Kamel


Mary Kamel erzählt ihrem Enkel Nabeel die Familiengeschichte: Die Familie sei ein „Salata baladi“, ein „Salat nach Landesart“ mit vielen verschiedenen Zutaten. Mary ist gleichzeitig Jüdin, Christin und Muslimin. Sie wurde in Kairo als Tochter eines ägyptischen Juden und einer italienischen katholischen Mutter geboren und ist seit ihrer Heirat mit dem ägyptischen Schriftsteller Sa'ad Kamel zum Islam konvertiert. Wehmütig erzählt sie ihrem Enkel, wie kosmopolitisch Ägypten Mitte des 20. Jahrhunderts war.
Auf den Spuren ihrer Familie reist Mary mit dem keinen Nabeel und ihrer Tochter Nadia – der Regisseurin –nach Italien und nach Israel, um ihren Cousin das erste mal seit 1946 wieder zu sehen.
Eine berührende Geschichte über Menschlichkeit, Familie und Vielfalt.

Im Anschluss Gespräche mit der Erfurter Islamwissenschaftlerin Konstanze Gemeinhardt-Buschhardt über das Ägypten der letzten 70 Jahre, das kosmopolitisch, religiös, traditionell und modern war.

FORGET BAGHDAD

29. April 2008

Schweiz/Deutschland 2002, 110 min, Original mit deutschen Untertiteln, Regie: Samir

Jüdische Araber? Arabische Juden? Sephardim? Mizrahim? Das Leben arabischer Juden in ihrer früheren Heimat Bagdad und nun in Israel - fünf außergewöhnliche Intellektuelle erzählen von ihrer Emigration und dem Zusammenprall der Kulturen.
Regisseur Samir zeigt, in Interviews und mit faszinierendem Archivmaterial, eine lang vergessene Geschichte aus dem Nahen Osten: der Emigration irakischer Juden nach Israel. Erst seit wenigen Jahren findet in Israel eine lebhafte Debatte statt: Intellektuelle Mizrahim, orientalische Juden, kritisieren die Politik der Entfremdung und Instrumentalisierung der arabischen Juden durch die kolonialen Ansprüche der europäisch geprägten Gründergeneration Israels.

Im Anschluss Diskussion über die Identität arabisch-jüdischer Israelis mit Omar Kamil, Simon-Dubnow-Instutut für jüdische Geschichte und Kultur.

AMINA

20. März 2008

Frankreich/Jemen 2007, 74 min, Original mit englischen Untertiteln, Regie: Khadija Al-Salami

Amina wurde zum Tode verurteilt. Sie soll ihren Ehemann, mit dem sie 11jährig verheiratet wurde, ermordet haben. Sie selbst beteuert es nicht getan zu haben, und beschuldigt einen Cousin ihres Mannes. Nach einem Streit habe dieser ihren Mann getötet. Während ihrer langen Inhaftierung, für die Urteilssprechung war sie zunächst zu jung, wurde Amina von einem Gefängniswärter vergewaltigt. Sie wurde schwanger. Für ihre Angehörigen ein Grund mehr, den Kontakt zu Amina abzubrechen - die Ehre der Familie ist in Gefahr.
Die Dokumentation rekonstruiert Aminas Geschichte, begleitet sie während ihres alltäglichen Lebens hinter Gittern und bei dem Warten auf ihre bevorstehende und durch die Geburt ihres Sohnes nur aufgeschobene Exekution. Anhand von Zeitungsberichten recherchierte Regisseurin Khadija Al-Salami zunächst Aminas Geschichte. Später besuchte sie die junge Frau im Gefängnis. Ihr Film verhandelt AMINAS Schicksal als beispielhaft für die rechtlichen und sozialen Schmähungen gegenüber arabischen Frauen.

Gespräch zum Film im Anschluss.


IRAK – Kein Frieden ohne Gerechtigkeit

26. Februar 2008

Geheimdienstakten
Geheimdienstakten

Deutschland 2004, 45 min, Regie: Stefanie Landgraf, Johannes Gulde

Irakische Opferorganisationen mahnen: Die täglichen Schlagzeilen über Kämpfe, Geiselnahmen und Folterskandale verdrängen noch immer die Gräueltaten des Regimes, das etwa zwei Millionen Opfer gefordert hat. Unter ihm litten etwa zehn Millionen Menschen - kaum eine Familie, die davon nicht betroffen war. Ibrahim Al-Basri studierte in den 60er Jahren in Leipzig Sportmedizin, wurde im Irak erst ein Leibarzt Saddam Husseins, wandelte sich dann zum Regimegegner, und wurde schließlich inhaftiert und gefoltert. Im Sommer 2003, wenige Wochen nach dem Krieg, gründete er die Opferorganisationen „Iraqi Humanity Association for Victims of Saddam's Regime“, die medizinische Hilfe für Folteropfer fordert. Eine andere Opferorganisation, die „Free Prisoners Association“ archiviert die Akten, in denen der Geheimdienst Verhaftungen und Folterungen festhielt.

NACH DEM KRIEG - Leben im Irak

26. Februar 2008

Jugendliche im Irak
Jugendliche im Irak

Deutschland 2004, 22 min, Regie: Stefanie Landgraf, Johannes Gulde

Jugendliche aus Bagdad zeigen ihre ganz persönliche Sicht auf das Leben im Irak nach dem Einmarsch der Amerikaner.
Einige verbringen viel Zeit in der Jugendgruppe einer Moschee, nehmen am Koran-Unterricht Teil und nutzen die Freizeitangebote. Die 18-jährige Wurud und ihre beiden jüngeren Brüder dagegen sitzen in den Sommerferien die meiste Zeit im Haus – draußen ist es wegen der Anschläge und Entführungen zu gefährlich. Im Satellitenfernsehen, das unter Saddam Hussein verboten war, sehen sie arabische und amerikanische Videoclips. Sie reden über das Verhältnis zwischen Jungs und Mädchen, über das Ende der Diktatur und die US-Besatzung.

CLOSE-UP KURDISTAN

23. Januar 2008

... eine Reise nach Kurdistan.
... eine Reise nach Kurdistan.

Deutschland 2007, 104 min, Original mit Untertiteln, Regie: Yüksel Yavuz

Mit "Close-up Kurdistan" stellt der Regisseur Yüksel Yavuz eine Verbindung zwischen seiner persönlichen Geschichte als Immigrant und dem aktuellen Stand des türkisch–kurdischen Konflikts her. Seine Reise beginnt in Hamburg, wo er heute lebt, führt ihn nach Stockholm und in die Türkei und endet im Flüchtlingslager Maxmur im irakischen Kurdistan. Nach dem Besuch bei seinen Eltern im Dorf begegnet er Verwandten, alten Freunden und anderen Protagonisten in Ankara, Istanbul, Diyarbakir, in ländlichen Gebieten und im kurdischen Teil vom Irak.

Yüksel Yavuz wird bei der Vorführung anwesend sein und steht dem Publikum im Anschluss für Fragen zur Verfügung.


KNOWLEDGE IS THE BEGINNING

11. Dezember 2007

das West-Eastern Divan Orchestra
das West-Eastern Divan Orchestra

Deutschland 2006, 115 min, deutsch und englisch mit deutschen Untertiteln, Regie: Paul Smaczny

Wenn sich ein syrischer und ein israelischer Jugendlicher in einem Orchester ein Notenpult teilen und außerdem noch ägyptische, palästinensische, jordanische und libanesische Jugendliche mitspielen, dann ist das eine Sensation. "Knowledge is the Beginning" erzählt die Geschichte des so außergewöhnlichen wie aufsehenerregenden Projektes des West-Eastern Divan Orchestras.
Das 1999 von Daniel Barenboim und Edward Said gegründete Orchester besteht aus jungen Musikern, die aus Israel, Palästina, Syrien, Ägypten, Libanon, Jordanien und Europa stammen. Die Langzeitdokumentation schlägt einen Bogen über sieben Jahre Orchester-Geschichte: von den Anfängen 1999 in Weimar bis zum triumphalen Konzert in Ramallah im Sommer 2005. Der Film von zeigt, welchen Schwierigkeiten die Musiker ausgesetzt sind, wie die politische Realität das alltägliche Leben und Arbeiten beeinflusst und was das gemeinsame Musizieren zu bewirken vermag.

Preise
International Emmy Award 2006
ECHO Klassik 2006
FIPA D’OR Grand Prize 2007
DOCFEST Palermo 2007
Basel-Kalsruhe-Forum 2007
San Diego Jewish Film Festival
Best Arts Doc Banff 2007
Rodos Ecofilms 2007

Nach der Vorführung wird der Leipziger Regisseur Paul Smaczny Fragen zu seinem Film beantworten können und Impulse für eine anschließende Diskussion geben.

INSIDE OUT

16. November 2007

Transgender im Iran
Transgender im Iran

Iran 2006, Persisch mit englischen Untertiteln, 40 min, Regie: Zoreh Shayesteh

Arash rückt das Kopftuch zurecht und strahlt: Der 18jährige kam im Iran als Junge zur Welt, bewegt sich aber heute als Frau in den Straßen von Teheran. Der Film porträtiert Arash und zwei andere Transsexuelle: Maria, eine Frau mittleren Alters, die als Mann Vater von drei Kindern war, und den jungen Mann Saman (vormals weiblichen Geschlechts), der frisch verheiratet ist. In intimen Gesprächen erzählen Maria, Saman und Arash ihre persönlichen Geschichten. Sie sprechen über den lebenslangen Kampf mit der Unzufriedenheit, ihre angeborene Geschlechtsidentität, Hormontherapie und Geschleschtsumwandlung.
Auch ein Geistlicher, ein iranischer Psychiater und ein Chirurg kommen zu Wort und erklären etwa, dass die Mehrheit der religiösen iranischen Führung Geschlechtsumwandlungen von Transsexuellen für ein Menschenrecht hielten.
Diese einfühlsame Dokumentation versucht, die Feststellung Marias "Nur ein Mensch der seinen Schmerz erlebt hat, kann das verstehen" etwas abzumildern und dem Zuschauer einen Einblick in die Natur dieser noch oft unverstandenen Lebensumstände zu bieten.

Anschließend:
Diskussion über Iran, Geschlechterrollen und Transgender. Referentin: Katja Föllmer, Iranistin und Gender-Forscherin an der Universität Göttingen.

CONTROL ROOM

17. Oktober 2007

Ägypten/USA 2004, Arabisch und Englisch mit deutscher Synchronisation, 43 min, Regie: Jehane Noujaim

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 und der Irak-Krieg 2004 katapultierten den arabischen Satelliten-Sender in die weltweite Wahrnehmung: Al Jazeera, 1996 als erster unabhängiger Nachrichtenkanal der arabischen Welt gegründet. Die Dokumentation begleitet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senders bei ihrer Berichterstattung über den Irak im Kriegsjahr 2004.

Nach der Vorführung wird Carola Richter, Medienwissenschaftlerin an der Uni Erfuhrt Impulse für eine anschließende Diskussion geben und für Fragen zu Verfügung stehen.

IN WORKING PROGRESS

19. September 2007

... der Film In working progress bildet den Auftakt zur Reihe "Musalsal ... Dokumentarfilme aus Nahost".

Israel 2007, Original mit englischen Untertiteln, 70 min, Regie: Alexandre Goetschmann, Guy Davidi

Während des israelischen Rückzugs aus dem Gazastreifen wächst westlich von Ramallah eine neue Stadt: Modi''in Ilit. Die Bauarbeiter kommen aus dem benachbarten palästinensischen Dorf Bilin. Einer von ihnen ist Maher Hatib, seit Beginn der zweiten Intifada arbeitslos und hoch verschuldet. Er arbeitet entgegen seiner Überzeugung an der neuen Siedlung, die auf Land gebaut wird, das zu seinem Dorf gehörte.
An einem Arbeitstag, der kaum Zeit für Pausen läßt, fliegen Worte durch die Luft, öffnen ein Fenster zu den Gefühlen der Arbeiter für das Land, das sie früher als Ackerland und Weiden nutzten. Ihre Ablehnung bleibt lautlos angesichts der paradoxen Situation: Ihre Arbeit unterstüzt jene Politik, durch die sie ihr Land verloren haben und die vorsieht, weiteres Land zu okkupieren.
Baubeginn war hier kurz nach dem Oslo-Abkommen. Heute ist Modi''in Ilit die größte Siedlung in den besetzten palästinensischen Gebieten.

Anschließend wird der Regisseur Guy Davidi für Fragen zur Verfügung stehen.

Projektleitung:
Liza Franke und Constanze Fricker

Projektpartner:




Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch:

 


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